Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

2. Nationales Versorgungsforum Schmerz
21. März, Berlin

Bei der gemeinsamen Veranstaltung der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL), der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) und des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) wurden aktuelle Probleme, Strukturen und die Zukunft der wohnortnahen ambulanten schmerzmedizinischen Versorgung mit gesundheitspolitischen Vertretern der Bundestagsfraktionen und Experten des deutschen Gesundheitssystems diskutiert.

Um die Versorgung der großen Anzahl an Schmerzpatienten in Deutschland zu verbessern, werden alle Beteiligten jetzt verstärkt an einem Strang ziehen. Erste konkrete Ideen wurden beim 2. Nationalen Versorgungsforum Schmerz diskutiert.

Foto (v.l.n.r.): Birgit Wöllert (MdB, DIE LINKE), PD Dr. Michael A. Überall (DSL), Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek (BVSD), Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe (DGS)

PDF Icon Schmerz Schmerzmediziner legen Maßnahmenkatalog vor

Berlin, 21. März 2017. Sofortige Maßnahmen zur Sicherstellung der schmerzmedizinischen Versorgung und ein Ende der in weiten Teilen Deutschlands existierenden Unterversorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen, forderten Schmerzmediziner und Patientenvertreter heute im Rahmen des „2. Nationalen Versorgungsforums Schmerz“. Patienten mit chronischen Schmerzen benötigten eine intensive, spezialisierte und durch verschiedene Disziplinen aufeinander abgestimmte Behandlung. Doch diese würde einem Großteil der Schmerzpatienten vorenthalten, weil strukturelle Versorgungsdefizite jahrelang von der Politik, den Krankenkassen und den Standesvertretungen der Ärzteschaft ignoriert würden, so der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD), die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) und die Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL).

 

Teilnehmerstimmen zum 2. Nationalen Versorgungsforum Schmerz 2017

 

PD Dr. Michael A. Überall, Präsident Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL)

„Für viele der zig Millionen Betroffenen bedeutet eine chronifizierte Schmerzerkrankung häufig den endgültigen Rauswurf aus dem gesellschaftlichen System der Werktätigen und dem psychosozialen Kontext der eigenen Wahrnehmung verbunden mit dem Verlust der Selbstbestimmung, der Selbstachtung und jeglicher sozialen Absicherung.“

 

Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)

„Um die Versorgung der schwerstkranken Schmerzpatienten zu verbessern, benötigen wir ein Konzept, bei dem sich alle an der Behandlung beteiligten Fachgebiete – Hausärzte, Fachärzte, Schmerzmediziner, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Apotheker und algesiologische Fachassistenten – um die individuelle Behandlung jedes einzelnen Patienten kümmern.“

 

Professor Dr. Dr. h.c. Joachim Nadstawek, Vorsitzender BVSD

„Ein politischer Gestaltungswille der Gemeinsamen Selbstverwaltung ist nicht erkennbar. Sie weigert sich seit Jahren beharrlich das Problem anzupacken. Trotz mehrmaliger und wiederholter Willensbekundigungen der Institutionen in den letzten Jahren hat sich nicht grundlegend etwas an der massiven schmerzmedizinischen Unterversorgung verändert.“

 

Birgit Wöllert (MdB, DIE LINKE)

"Kurzfristig sollte nach Wegen gesucht werden, die schmerzmedizinischen Kompetenzen dort zu stärken, wo die Patienten/Innen die Erstkontakte haben. Durch mehr schmerzmedizinische Aus-, Fort- und Weiterbildung bei Haus- und Fachärzten können so auch die Übergänge in speziellere Stufen der Versorgung erleichtern werden."

 

Ute Leonhardt, Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)

„Die Verbesserung der Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen muss noch stärker aus einem interdisziplinären Blickwinkel heraus angegangen werden. Insbesondere müssen hier das bestmögliche Setting, die Qualität und die Vernetzung der Behandler über Sektorengrenzen hinweg im Mittelpunkt stehen.“

 

Gabriela Kostka, DAK – Gesundheit

„Im Bereich der Schmerztherapie ist eine interdisziplinäre, multiprofessionelle Versorgung der betroffenen Patienten mit funktionierenden Kommunikationswegen eher die Ausnahme. Lösungsansätze aus dem Dilemma, sehen wir in der besseren Vernetzung aller an der Versorgung beteiligten Akteure inkl. der Patienten“

 

Hendrikje Lambertz, Apothekerin

„Der Apotheker genießt ein hohes Vertrauen beim Patienten und bekommt oftmals ungefiltert Informationen über die tatsächliche Schmerzsituation. Dabei hat er die Chance, nicht therapierte oder auch falsch therapierte chronische Schmerzpatienten zu erfassen und an entsprechende Fachärzte zu delegieren.“

 

Dr. Claudia Kemper, Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V.

„Eine interprofessionell abgestimmte und ganzheitliche Physiotherapie ist zumindest in der ambulanten Versorgung kaum möglich. Zudem fehlen zunehmend personale Ressourcen, um eine bedarfsgerechte physiotherapeutische Versorgung außerhalb der Praxen in Pflegeheimen, Hospizen oder auch Privatwohnungen sicher zu stellen.“

 

1. Nationales Versorgungsforum Schmerz 2015

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